„Sei realistisch, versuche das Unmögliche.“ – Che Guevara

Dieser Satz begleitet mich nun seit etwa zehn Jahren und gibt mir immer wieder die Kraft, meinen eigenen Weg zu gehen. Warum gerade dieser Satz? Weil ich das Unmögliche geschafft habe.

Mein Leben war nicht immer einfach. Ab Mitte 2015 wurde mein Alltag zum ständigen Kampf: Alleinerziehende Mutter von zwei kleinen Mädchen, Schichtarbeit im sozialen Bereich und ein oft toxisches Umfeld forderten mich enorm. Ich arbeitete weit über meine Grenzen hinaus, nur um alles am Laufen zu halten. 2018 erhielt ich die Diagnose Burn-Out, 2020 kam die chronische Borreliose hinzu. Einfach mal eine Pause einzulegen, war keine Option. Ich musste funktionieren – Schwäche zeigen war tabu. Ja, ich funktionierte, aber ich lebte nicht mehr wirklich.

Dann kam der Zusammenbruch: chronische Schmerzen, Symptome, die von A bis Z wechselten, ständiger Schwindel und Panikattacken. Mein Körper zwang mich zum Stillstand. In den Augen der Ärzte galt ich als „austherapiert“, konventionelle Behandlungen brachten keine Linderung. Ich war an einem Punkt, der hoffnungslos schien. Mein Verstand wusste, dass sich etwas ändern musste, doch mein Körper weigerte sich, dies zu akzeptieren.

Ich gab die Suche nach Heilung nicht auf und entdeckte körperorientierte Ansätze. Dabei wurde mir vieles klar: Nicht nur die hohen gesellschaftlichen und persönlichen Erwartungen hatten mich ins Burn-Out gestürzt, sondern auch tief sitzende, unverarbeitete Traumata. Solange diese nicht bearbeitet wurden, konnte mein Nervensystem nicht zur Ruhe kommen.

Von diesem Moment an arbeiteten Körper und Geist zusammen. Ich begann zu verstehen, zu akzeptieren und Antworten auf meine vielen Fragen zu finden. Heilung setzte langsam ein. Ich lernte, mich so anzunehmen, wie ich bin, und für mich selbst einzustehen. Neue Wege öffneten sich, denen ich endlich folgen konnte – ohne die Stimmen im Kopf, die sagen: „Das schaffst du nicht“, „Du bist nicht gut genug“ oder „Mach es wie alle anderen.“

2021 wagte ich den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffnete meine eigene Praxis – später kam mein Shop hinzu. 2024 erhielt ich die Diagnose ADHS, die vieles für mich noch verständlicher machte.
Heute sehe ich meine Wunden und mein Anders-Sein nicht mehr als Last, sondern als Geschenk. Sie haben mich zu mir selbst geführt. Einen Weg, auf dem ich gelernt habe, auf meinen Körper zu hören, ihn nicht zu bekämpfen, sondern anzunehmen. Einen Weg, auf dem ich mir Pausen erlaube und „Nein“ sagen kann. Ich habe begriffen, dass Heilung ein Prozess ist, der Zeit braucht, und dass ich nicht perfekt sein muss.

Heute bin ich glücklich – ein Gefühl, von dem ich dachte, ich würde es nie wieder spüren. Ich freue mich wieder an den kleinen Dingen des Lebens und weiß: Egal wie tief der Fall, es gibt immer einen Weg zurück ins Licht.